Am 20. April 1971 wurde die Bayerische Rhöngas GmbH mit Sitz in Bad Neustadt mit dem Ziel gegründet, den ehemaligen Landkreis Bad Neustadt mit dem umwelt-
freundlichen Energieträger Erdgas zu erschließen. Die Gesellschaft setzte sich zu diesem Zeitpunkt zusammen aus dem damaligen Landkreis Bad Neustadt, der Stadt Bad Neustadt, der damals noch selbständigen Gemeinde Brendlorenzen, der Überlandwerk Rhön GmbH sowie der Gasversorgung Unterfranken GmbH. Zielsetzung der Rhöngas war nach Meinung der Gründungsmitglieder zunächst die Erschließung der Kreisstadt und später des Landkreises Rhön-Grabfeld mit Erdgas.
Voraus ging ein bis in das Jahr 1969 zurückreichendes intensives Bemühen durch den verstorbenen Herrn Dir. Hans Körner vom Überlandwerk Rhön und dem damaligen Landrat Herrn Gottfried Miller, für die gewerbliche Wirtschaft und die Bevölkerung unseres Grenzraumes durch die Liefermöglichkeit von Erdgas das Energieangebot zu verbreitern und damit im Bereich der Energieversorgung die gleichen Voraussetzungen wie in Ballungsräumen zu schaffen. Die Erfahrung in anderen Gebieten hat gezeigt, dass das Vorhandensein einer Erdgasversorgung für die Entwicklungschancen eines Gebietes von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind.
Durch mehrere klärende Gespräche gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Verkehr kam man schließlich zu dem Konsens, dass der Aufbau einer Gasversorgung in unserem Raum alleinig durch die Bayerische Rhöngas GmbH unter Beteiligung der Gasversorgung Unterfranken GmbH, die bereits andere Teilräume von Unterfranken mit Erdgas erschlossen hatte, erfolgen kann. Als Erdgaslieferant für die Rhöngas sollte die Ferngas Nordbayern GmbH fungieren.
Dem Aufbau eines Leitungsnetzes in der Kreisstadt sowie in Brendlorenzen stand nun nichts mehr im Wege. Der erste Abnehmer in der Saalestadt konnte am 05. Mai 1972 erstmals mit Erdgas beliefert werden. Im Herbst 1973 konnten die ersten Haushalte in Brendlorenzen mit Erdgas versorgt werden. Die abgegebene Gasmenge im dritten Jahr des Bestehens betrug bereits 10 Mio. Kilowattstunden.
Sieben Jahre nach Gründung der Gesellschaft wurde der Bau der 24 km langen Hochdruckleitung mit einem Kostenvolumen von 2,2 Mio. EUR von Niederlauer nach Mellrichstadt begonnen. Träger der Baumaßnahme war der Landkreis Rhön-Grabfeld. Mit der Trassenführung von Niederlauer über Brendlorenzen, Wollbach, Unsleben und Oberstreu nach Mellrichstadt schaffte man nach einjähriger Bauzeit die Voraussetzung für den Anschluss von Unsleben und Mellrichstadt sowie noch später folgende Städte und Gemeinden des Landkreises Rhön-Grabfeld. Am 10. März 1978 erfolgte die feierliche Inbetriebnahme durch den damaligen bayerischen Staatsminister für Wirtschaft und Verkehr, Anton Jaumann. Dadurch wurde ein bedeutungsvoller Schritt zur strukturellen Stärkung des damaligen Zonenrandgebietes und des Industriestandortes Mellrichstadt erreicht.
1983 erfolgte die Anbindung der Bad Neustädter Stadtteile Mühlbach und Bad Neuhaus. Ein Jahr später wurde die Versorgung auf die Gemeinde Salz und im Jahr 1985 auf die Gemeinde Hohenroth ausgeweitet.
Im Jahre 1987 wurde die Erdgasversorgung von Bad Königshofen über den Bau der 20 km langen Hochdruckleitung (Gesamtkosten 2,3 Mio. EUR) von Unsleben aus aufgenommen. Träger dieser Maßnahme war wiederum der Landkreis Rhön-Grabfeld. In diesem Zusammenhang konnten auch die Gemeinden Saal und Wülfershausen im Jahre 1988 an das Erdgasnetz der Bayerischen Rhöngas GmbH angeschlossen werden. Die feierliche Inbetriebnahme der Hochdruckleitung erfolgte durch Herrn Staatssekretär Alfons Zeller im Februar 1988.
Auch die Gemeinde Niederlauer erkannte den Vorteil des Erdgases und ließ sich im gleichen Jahr an das Netz der Rhöngas ankoppeln. Im Stadtteil Herschfeld konnte ebenfalls im Jahre 1988 die Erdgasversorgung aufgenommen werden.
Die Errichtung der Hochdruckleitung von Mellrichstadt nach Ostheim 1993 durch die Rhöngas war Vorbedingung zur Erdgaserschließung des Rhönstädtchens Ostheim. Im Februar 1994 konnte die Erdgasleitung offiziell in Betrieb genommen werden.
Nach der Gemeinde Burglauer, im Jahre 1994, stand im Jahr 1996 Oberstreu zur Anbindung an. 1998 wurde in der Gemeinde Heustreu die Gasversorgung aufgenommen.
Im Jahre 2001 wurde mit dem Bau der Anschlussleitung von Oberwildflecken nach Bischofsheim begonnen. Die feierliche Inbetriebnahme der Ortsgasversorgung von Bischofsheim und den Stadtteilen Oberweißenbrunn und Frankenheim fand am 11. Dezember 2001 in Bischofsheim statt.
Im Jahr 2004 kam dann noch die Feriensiedlung Osterburg in Haselbach dazu. Auch die Gemeinde Rödelmaier versorgen wir seit 2003 mit der umweltschonenden Energie Erdgas. Unterweißenbrunn wurde im Jahr 2008 an das Erdgasnetz angeschlossen.
Die Rhöngas betreibt heute ein Leitungsnetz von ca. 372 km mit über 6.500 Kundenanlagen. (Stand 10/2011)
Seit 2007 ist die Bayerische Rhöngas GmbH auch Wärmedienstleister im Landkreis Rhön-Grabfeld. Derzeit werden Kunden in der Stadt Mellrichstadt sowie in der Gemeinde Unsleben mit Wärme versorgt. In der Gemeinde Burglauer wurde Ende Februar 2011 die Wärmeversorgung aufgenommen. (Stand: Oktober 2011)
Die 100%-ige Tochter, die Rhön-Grabfeld-Wärme GmbH, dient als Komplementär- GmbH für die Beteiligungsgesellschaften:
Biomethan Rhön-Grabfeld GmbH & Co. KG
Biomasse-Wärmeversorgung Bad Neustadt GmbH & Co. KG
Biomasse-Wärmeversorgung Bad Königshofen GmbH & Co. KG
Biomasse-Wärmeversorgung Oberelsbach GmbH & Co. KG
Biomasse-Wärmeversorgung Ostheim GmbH & Co. KG
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